Surses – Landschaft und Kulturerbe im Oberhalbstein
Das Surses, auch Oberhalbstein genannt, erstreckt sich entlang des Flusses Julia im Kanton Graubünden und bildet eine abwechslungsreiche Berglandschaft zwischen Tiefencastel und dem Julierpass. Die Region ist geprägt von weitläufigen Wiesen, bewaldeten Berghängen, verstreuten Maiensässen und traditionellen Dörfern, die sich teilweise auf sonnigen Geländeterrassen oberhalb des Talbodens befinden. Die romanische Sprache und die über Jahrhunderte gewachsene bäuerliche Kultur prägen das Leben und das Erscheinungsbild dieser Gegend bis heute. Zu den charakteristischen Ortschaften gehören unter anderem Salouf, Parsonz, Riom und Cunter, deren historische Bausubstanz und markante Kirchen das Landschaftsbild bereichern. Die Dörfer erzählen von einer langen Siedlungsgeschichte, die eng mit der Landwirtschaft, dem Passverkehr und der Bedeutung der Julier- und Septimerroute verbunden ist. Seit der Gemeindefusion im Jahr 2016 bilden elf Dörfer die heutige politische Gemeinde Surses.
Ein besonderes Merkmal des Oberhalbsteins ist die Vielzahl historischer Kirchen und Kapellen, die von der religiösen und kulturellen Entwicklung der Region zeugen. In Parsonz steht die katholische Pfarrkirche Son Niclo, ein barocker Bau, der 1663 eingeweiht wurde. Ihr schlanker Kirchturm mit dem achteckigen Aufsatz ist weithin sichtbar und prägt das Ortsbild. Im benachbarten Riom erhebt sich die Baselgia San Luregn, die dem heiligen Laurentius geweiht ist. Riom war bereits im Mittelalter ein bedeutender politischer und kirchlicher Mittelpunkt des Tales. Auch Salouf besitzt mit der katholischen Pfarrkirche Son Gieri ein bemerkenswertes Gotteshaus. Dessen Baugeschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Romanische Bauteile, ein spätgotischer Chor und spätere barocke Ergänzungen vereinen sich hier zu einem architektonisch vielfältigen Bauwerk. Etwas ausserhalb der grösseren Siedlungen befindet sich in Del die Kapelle Son Roc, die ebenfalls zum historischen Sakralerbe der Region gehört.
Auch die nähere Umgebung des Surses weist bedeutende historische Kirchenbauten auf. Im Dorf Mon, auf der gegenüberliegenden Seite des Albulatals, steht die katholische Kirche St. Franziskus. Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung ist die ehemalige Pfarrkirche St. Cosmas und Damian, die auf einer Geländeterrasse unterhalb des Dorfes liegt. Ihre Ursprünge reichen bis in die vor- beziehungsweise frühromanische Zeit zurück. Der markante spätromanische Turm, die spätgotischen Bauelemente und die erhaltenen mittelalterlichen Wandmalereien machen die ehemalige Pfarrkirche zu einem bemerkenswerten Zeugnis sakraler Baukunst in Graubünden. Zusammen mit den Kirchen und Kapellen im Surses verdeutlichen diese Bauten, wie eng die Geschichte der einzelnen Dörfer mit dem religiösen Leben und der romanischen Kultur verbunden ist.
Die Landschaft rund um das Surses zeigt sich zu jeder Jahreszeit von einer eigenen Seite. Besonders im Herbst sorgen die verfärbten Laubbäume, die noch grünen Bergwiesen und die tief stehende Sonne für reizvolle Licht- und Schattenspiele. Von den höher gelegenen Hängen bei Salouf eröffnet sich ein weiter Blick über das Tal mit den Dörfern Cunter, Riom und Parsonz. Im Hintergrund erheben sich der Piz d’Err und der Piz Arlos, deren markante Gipfel die Bergkulisse prägen. Wenn die Sonne hinter den umliegenden Bergen verschwindet, legen sich lange Schatten über die Wiesen und die Dörfer, während die höher gelegenen Bergflanken noch im letzten Tageslicht aufleuchten.






























