Gotthardpass 2009
Der Gotthardpass bildet auf rund 2’100 Metern Höhe eine markante Schwelle zwischen der Zentralschweiz und dem Süden der Alpen. Seit Jahrtausenden prägt dieser Übergang die Landschaft und die Verbindung zwischen den Klimaräumen nördlich und südlich des Alpenhauptkamms. Die Umgebung des Passes ist von einer hochalpinen Szenerie aus Granit, Gneis und Moränenmaterial bestimmt, geformt durch eiszeitliche Vergletscherung und anhaltende Frostverwitterung. Vegetation tritt nur in geschützten Mulden und auf feinerem Substrat auf; alpine Gräser, Moose und Polsterpflanzen bestimmen das Bild.
In unmittelbarer Nähe des Passes verläuft die sogenannte 5-Seen-Wanderung, die mehrere Hochgebirgsseen miteinander verbindet und einen guten Einblick in die glazial geprägte Landschaft des Gotthardmassivs gibt. Der Lago di Lucendro liegt direkt oberhalb der Passhöhe und wird durch eine Staumauer gefasst. Sein dunkles Wasser spiegelt die umliegenden Felsflanken und bildet einen deutlichen Kontrast zur kargen Umgebung. Etwas abseits davon liegt der kleinere Lago d’Orsino, eingebettet in eine Mulde aus Schutt und Fels, dessen ruhige Oberfläche stark von den wechselnden Lichtverhältnissen geprägt ist.
Weiter östlich folgen die Laghi d’Orsirora, eine Gruppe kleinerer Seen, die sich über flachere Hochflächen verteilen. Sie liegen in einem Gebiet, in dem Schmelzwasser, Niederschläge und das undurchlässige Gestein flache Becken füllen. Die Laghi della Valletta schliessen die Abfolge ab und liegen in einer offenen Mulde, umgeben von sanften Grashängen und blockreichem Gelände. Alle diese Seen reagieren sensibel auf Wetter, Jahreszeit und Wasserzufuhr und verändern ihr Erscheinungsbild entsprechend.
Der Gotthardpass und die umliegenden Seen zeigen exemplarisch das Zusammenspiel von Geologie, Wasser und Klima im Hochgebirge. Menschliche Eingriffe wie Verkehrswege und Stauanlagen stehen hier unmittelbar neben weitgehend ursprünglichen Formen, ohne das grundlegende, von der Natur geprägte Erscheinungsbild des Passraums zu überdecken.






















































