Furna – Herbstlandschaft im Prättigau
Das Bergdorf Furna liegt auf rund 1350 Metern über Meer, hoch über dem mittleren Prättigau im Kanton Graubünden. Die weitläufige Streusiedlung erstreckt sich über die sonnigen Hänge des Furnerbergs und umfasst die Dorfteile Usserberg, Mittelberg und Hinterberg. Anders als in vielen geschlossenen Bergdörfern verteilen sich die traditionellen Holzhäuser, Bauernhöfe und Ställe über die offenen Wiesen und bewaldeten Hänge. Diese charakteristische Siedlungsform geht auf die Walser zurück, die sich im 14. und 15. Jahrhundert in der Gegend niederliessen. Die landwirtschaftliche Nutzung hat das Landschaftsbild über Jahrhunderte geprägt und ist bis heute an den weitläufigen Weideflächen und verstreuten Gehöften erkennbar.
Im Zentrum des Dorfes steht die reformierte Kirche St. Georg, deren Ursprünge auf die Zeit um 1490 zurückgehen. Ihr markanter Kirchturm wurde 1690 errichtet und bildet einen weithin sichtbaren Orientierungspunkt in der hügeligen Landschaft. Die Geschichte Furnas ist eng mit der abgeschiedenen Lage des Bergdorfs verbunden. Erst 1879 wurde eine Fahrstrasse von Pragg nach Furna gebaut, und 1936 erhielt das Dorf eine Postautoverbindung. Besonders bemerkenswert ist, dass Furna erst 1968 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde und damit zu den letzten elektrifizierten Gemeinden der Schweiz gehörte. Trotz dieser späten Erschliessung hat sich das Dorf seinen ländlichen Charakter mit den traditionellen Holzbauten und der weitgehend ursprünglichen Siedlungsstruktur bewahrt.
Die Umgebung von Furna zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit ausgedehnten Wäldern, Bergwiesen und sanften Geländerücken aus. Oberhalb des Dorfes erstreckt sich der Furnerberg mit seinen Alpweiden und Moorlandschaften, während im Süden die Hochwangkette mit dem 2533 Meter hohen Hochwang aufragt. Besonders eindrücklich ist der Blick über das Prättigau zum gegenüberliegenden Rätikon. Die markanten Kalksteinmassive der Drusenfluh und Sulzfluh bilden mit ihren steilen Felswänden einen auffälligen Gegensatz zu den bewaldeten Hängen und grünen Weiden im Vordergrund. Im Herbst, wenn die ersten Schneefälle die höheren Gipfel bereits weiss überziehen, tritt dieser Kontrast besonders deutlich hervor.
Die herbstliche Landschaft rund um Furna zeigt sich in einer vielfältigen Farbpalette. Während sich die Laubbäume in Gelb- und Goldtöne verfärben, behalten die ausgedehnten Nadelwälder ihr dunkles Grün. Auf den höher gelegenen Bergflanken liegt bereits der erste Schnee, während die Wiesen rund um die verstreuten Bauernhäuser noch weitgehend grün sind. Wechselnde Bewölkung und vereinzelte Sonnenstrahlen sorgen für unterschiedliche Lichtstimmungen und lassen einzelne Hänge und Waldpartien hervortreten. Besonders reizvoll ist der Blick über die herbstlichen Wiesen und Wälder zu den schneebedeckten Gipfeln der Drusenfluh und Sulzfluh, die sich eindrucksvoll über dem Prättigau erheben.






















































